Heute beginnt der Advent, der wieder einige Malteser-Termine im Kalender hat:
Gleich am Montag 04.12. geh es los.
Da hatten – wohl bei ähnlich frühlingshaftem Wetter – die Osmanen im Jahre 1479 mit ihrer großen Belagerung von Rhodos begonnen nach dem Motto: das mit Advent könnt ihr Rhodiserritter mal ganz schnell vergessen.
Die Belagerung zog sich dank der Gegenwehr der Ritter lange hin und konnte am 17.08. erfolgreich abgeschlagen werden – ganze neun Monate sollte sie also dauern!
Hochkonjunktur im berühmten Hospital zu Rhodos.
Ob die Hl. Barbara als „Nothelferin“ hier Anteil hatte?
Am 04.12. ist gerade ihr Gedenktag und sie wird angerufen
zum Schutz gegen Feuer. So ist sie unter anderem
(wohl im Schatten des St. Florian) Schutzheilige der
Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks (THW),
denen die heutigen Malteser auch so manchen Schutz
und Hilfestellung verdanken, so dass wir allen dreien
natürlich verbunden sind. Eine Verbindung der Hl. Barbara
mit unserem Ordenspatron, dem Hl. Johannes dem Täufer,
besteht darin, dass auch St. Barbara ihre Treue zu Gott mit
ihrem Kopf bezahlte. Einer Legende nach sei ihr zudem der
Täufer anlässlich Ihrer Taufe erschienen. (….wenn nicht wahr,
so gut erfunden – um ein römisches Sprichwort zu zitieren).
Im Brauchtum wird an Sie durch die Barbarazweige gedacht, die jetzt geschnitten zu Weihnachten in Blüte stehen sollen. (Bei diesem Wetter wohl früher…..)
Ungleich unangenehmerem Brauch folgend, könnte es am 06.12. eng werden, wenn nämlich ein gewisser Herr Ruprecht, seines Zeichens Knecht des Hl. Nikolaus, mit gleichartigen Zweigen zur Einschüchterung böser Leute auftritt. Zum Glück ist diese (übrigens nicht christlich begründete!) Sitte jedoch zuletzt aus der Mode gekommen. Es bleibt der Aufruf zur Gewissenserforschung und zur Umkehr – heimlich grüßt uns der Hl. Johannes d. T.!
Auch der Hl. Nikolaus wäre einen guter Patron der Malteser gewesen, denn seiner Legende nach war auch er ein Pilgerschützer: er rettete dreien in Seenot das Leben. So wurde er unter anderem auch Schutzheiliger der Seeleute und sicher wird ihn so mancher „Inselritter“ auf Rhodos oder Malta bzw. auf den zahlreichen Schiffen des Ordens angerufen haben – zu der Zeit, als die Aufgabe der Ritter darin bestand, zur Sicherung des östlichen Mittelmeeres beizutragen - nicht ganz selbstlos, denn die Grenzen zur legalisierten Kaperfahrt waren so fließend wie die Wellen der Levante.
Na ja, dass St. Nikolaus auch angerufen wird zur Wiedererlangung gestohlener Sachen hätte da vielleicht nicht so recht ins Konzept gepasst...
Da es heute jedoch ein wichtiger Auftrag der Malteser ist, sich für den Frieden einzusetzen, ist ein Satz des Hl. Bischof Nikolaus geradezu Programm: „Lassen wir über unserem Zorn die Sonne nicht untergehen.“ Auch er konnte wohl – wie der Hl. Johannes – durchaus ein „gerechter Aufbrauser“ sein, der dann aber zur Versöhnung strebte.
Ein Blick auf unsere Ur-Wurzeln: vom 16. bis 23.12. feiern unsere jüdischen Weggefährten in diesem Jahr (Y5767) am Chanukkah-Lichterfest die Rettung des Tempels, und ihrer Gottestreue im 2. Jhdt. vor unserer Zeitrechnung, nachdem ihnen zuvor die Religionsaus-übung bei Todesstrafe verboten worden war. Wer mehr darüber wissen möchte, kann Interessantes erfahren unter: www.talmud.de
(Channukkah-Leuchter mit allen Kerzen am Schluss des Lichterfestes)
Am 22.12. steht unsere Einladung nach St. Elisabeth, wo wir das vor-vorletzte Fenster des ökumenischen Adventskalenders aufmachen wollen, bevor sich dann am 24. das letzte große Tor öffnet: zu einem Höhlenstall in Bethlehem.
Mit Weihnachten feiern die Christen auf der ganzen Welt das Geburtsfest des Kindes, das nach der Botschaft des Engel Gabriel Jesus (das heißt: JHWE ist Erlöser) genannt ist, das seine Anhänger und Gegner immer wieder dadurch verblüfft, dass es Gottes Kraft und Macht so anders zeigt; dass sie uns in einem schwachen wehrlosen Kind begegnet, in einem umherziehenden Wanderprediger, der nach eigenen Aussagen „keinen Ort hat, wo er sein Haupt hinlegen kann“ (Mt. 8,20), von dem seine Angehörigen sagen, „er hat den Verstand verloren“ (Mk 3,21) und der in dem unfassbaren Geschehen am Kreuz allen Schmerz, alle Grausamkeit, Ungerechtigkeit, den ganzen Wahnsinn dieser Welt auf sich zieht und ausschreit – um dann Zeugnis dafür zu werden, dass die Wahrheit Wahrheit bleibt, dass Gott die Menschen nicht aufgibt, sie weiter liebt und so tief Mensch wurde, um in der deutlichsten Form auszusagen „ich bin für euch da“.
Und so – das ist unser Gründungsauftrag – sollen die Malteser aller Zeiten gerade in den Armen und Kranken, den Schwachen und Hilflosen, den Unbehausten, Verfolgten und Leidenden ihren Herren wieder erkennen, der sie anruft und in Auftrag nimmt, um der Welt im Zeichen des achtspitzigen Kreuzes zu zeigen, dass Wahres wahr bleibt und die Liebe, die von Gott kommt, am Ende unfassbar größer sein wird als all das Dunkle dieser Welt.
Allen, die uns im vergangenen Jahr dabei unterstützt haben gilt unser herzlicher Dank!
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