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letztes Update 24.05.2012 |
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Bevor wir am 25.11. gemeinsam in den Advent starten, noch kurz ein Blick mit Malteseraugen in den Kalender:
Eine gute Vor-Bereitung für die Adventszeit und sicher auch für uns katholische "Mit-Sünder" eine treffliche Gelegenheit zur Besinnung, vielleicht ja auch über das Sakrament der Buße, der wohltuenden Lossprechung von Schuld und Sünden, die sich so angesammelt haben... Etwas düster steht am 20.11. dann der Totensonntag im Kalender. Die katholische Kirche feiert diesen letzten Sonntag in ihrem Jahreskreis jedoch freudig als das Hochfest - ein ganz besonders feierliches Fest also - Christkönig. Christus ist König über das All, über die Zeit, über die Ewigkeit. Er ist das Alpha und das Omega, Beginn und Ende des Kosmos. Er überwindet auch allen Tod. Das gibt diesem Tag ein besonders majestätisches Gepräge. Vorher steht aber noch ein "Herzenstag" der Offenburger Malteser am 19.11.: der Gedenktag der Hl. Elisabeth von Thüringen. ...warum "Herzenstag" ?! Es gibt gleich mehrere Verbindungsstränge: Elisabeth war eine ungarische Königstochter. 1211 kam sie auf die Wartburg. Später heiratete sie dort Ludwig von Thüringen und wurde so Landgräfin und Mutter dreier Kinder. Fasziniert von den in Eisenach wirkenden Franziskanern und der Idee der Besitzlosigkeit, war sie den Armen und Kranken sehr zugetan. Sie war so freigiebig, dass sie weit über das Maß der Mildtätigkeit hinausging und sich oft gegen heftige Widerstände ihrer höfischen Umgebung zur Wehr setzen musste, die ihr Verschleuderung der materiellen Güter, ja sogar von Reserven vorwarfen. So lebte sie den Ordensleitsatz der Malteser: Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen auf das Allereifrigste.
In diese Zeit fällt auch das so genannte Rosenwunder. Von ihrem durch die Umgebung aufgehetzten Mann (der sie ansonsten gewähren ließ) wurde sie bei einer ihrer Hilfsaktionen von diesem gestellt. Die von den Anschwärzern ersehnte Szene fand aber nicht bzw. ganz anders statt als von diesen erwartet: Das zu verteilende Armen-Brot hatte sich in Rosen verwandelt. Uns Malteser erinnert diese Legende natürlich an unseren Ordensgründer, den Seligen Bruder Gerard, der ebenfalls bei einer - allerdings taktisch veranlassten - Brotverteilungsaktion gestellt wurde. Vielleicht deshalb sollen sich seine Brote "nur" in Steine verwandelt haben. Elisabeths Mann schloss sich dem Kreuzzugs Friedrich II an, dessen unrühmliches Ende zum Untergang des Kreuzfahrerstaates mit der Hauptstadt Jerusalem beitrug. Auch hier schlägt uns die heiße Geschichte der Malteserritter entgegen - obwohl Ludwig als Deutschordensritter loszog und ihn der (Pest?)-Tod noch vor der Einschiffung ins Heilige Land ereilte. Danach verließ Elisabeth, erst 20 jährig, die Burg. Die Szene Ihrer Vertreibung ist übrigens in unserer Heimatkirche Hl. Dreifaltigkeit als Deckengemälde dargestellt. Sie steht dort mit Ihren drei Kindern bei den selig genannten "Trauernden", denn sie ist wegen der frühen Trennung von Ludwig auch Patronin der Witwen. Die Deckenbilder der Hl. Dreifaltigkeits-Kirche stellen in der Gesamtheit die acht Seligpreisungen dar, die uns Maltesern in unserem achtspitzigen Malteser-kreuz vor Augen stehen! ("Das will ich sehen?" - dann nichts wie rein in die Kirche!) Die Vertriebene errichtete in Marburg ein Franziskus-Hospital, in dem sie Arme und Kranke pflegte und versorgte. Auch hier wieder eine Parallele: zum Hospitalwesen der Malteser.
Das Fensterbild zeigt die Hl. Elisabeth von Thüringen bei der Pflege eines Kranken. Es leuchtet in der nach ihr benannten St. Elisabeth-Kirche zu Marburg. Christen aller Konfessionen lieben und verehren St. Elisabeth wegen ihrer radikalen Nächstenliebe zu den Armen und Ärmsten. Sie starb - letztlich auch an ihrer schonungslosen Hingabe - bereits mit 24 Jahren und wurde wegen der großen Gegenliebe der Menschen schon vier (!)Jahre nach ihrem Tod heilig gesprochen. Daher hat die Deutsche Caritas (= lat. Liebe) sich auch ihr als Patronin anvertraut. Neben dem Malteserorden ist die katholische Caritas das zweite Gründungsmitglied des Malteser Hilfsdienstes. So sind wir auch eine Fachorganisation der Caritas und neben unserem Ordenspatron - dem Heiligen Johannes dem Täufer - auch der Hl. Elisabeth von Thüringen in besonderer Weise verbunden.
Die Caritas ist eine der drei großen Werte: Glaube (fides), Hoffnung (spes), Liebe (caritas) um die alle Christen beten und diese letztlich als unser aller Not und Armut heilende Gottesgeschenke betrachten. Links: das Caritaskreuz (das farblich dem unsrigen gleicht) bestehend aus dem christlichen Kreuz, dessen horizontale und vertikale Richtung zudem die Verbindung der Menschen untereinander beschreibt und den Flammen, die die Wärme und das Licht symbolisieren, die das Leben ermöglichen. (Aus dem Leitbild der Caritas) Als Offenburger Malteser bin ich daher gerne in unserer Dienststelle St. Elisabeth, die unter den Schutz dieser gütigen und helfenden Patronin gestellt ist. Unbedingt zu erwähnen ist natürlich auch die Verbindung zu unserer Partner-gliederung Altenburg in Thüringen, der Heimat von Elisabeth. - Ja, natürlich ist Elisabeth auch Patronin von Thüringen! ;-) …….ob ihre Eltern sie wohl ursprünglich nach "unserer ersten Elisabeth", der Mutter "unseres" Täufers Johannes benannt hatten??
Am 21.11. denken wir wieder einmal an Maria, auch sie ist ja Patronin der Malteser: Der Gedenktag "Unsere Liebe Frau zu Jerusalem (!!!)" thematisiert die legendäre Darbietung Mariens durch ihre Eltern (Hll. Anna und Joachim) im Tempel. Wir Malteser "atmen" natürlich auch hier die Luft des Heiligen Landes und vor allem des Ortes Jerusalem, der ja nicht nur die Wurzel unserer Hospitaliter-Berufung, sondern vor allem ein ewiger Ort Gottes ist! Am 25.11.05 wollen sich die Offenburger Malteser zu einer gemeinsamen Feier an der Schwelle zum Advent versammeln. Wer von diesen Lust hat, sich darauf einzulassen, ist herzlich eingeladen mit dem Experiment eines christlich-meditativen Impulses in den diesjährigen Advent zu starten!
Motto ist der Aufruf des Täufers: "Lebe im Advent !" Alle Interessierten - also auch Nicht-Malteser - sind ganz herzlich zur von der evangelischen Johannes-Brenz-Gemeinde initiierten ökumenischen Aktion "lebendiger Adventskalender" eingeladen. Bei dieser Aktion öffnen unterschiedliche Oststadtinstitutionen ein adventliches Fenster, es gibt einen adventlichen Impuls und insgesamt wird ein Zeichen gesetzt für einen christlichen Advent aus dem Glauben heraus - ein Zeichen im Advent des Kommerzes und außerdem was für Menschen, die schon immer mal erfahren wollten, wie St. Elisabeth von innen aussieht oder was die Malteser mit dem Advent verbindet. Termin für die Malteser in St. Elisabeth (Friedenstr. 16, bei der Dreifaltigkeitskirche) ist Freitag 02.12.2005 um 17.00 Uhr. Wer von den Maltesern noch mithelfen möchte, sei herzlich aber eindringlich an die rasche Rückmeldung an den Absender erinnert. |